Silent Film Paintings, (2002-2005) - Series -

The series of Silent Film Paintings consists of 14 paintings of silent film text panels.
The paintings are executed by an especially for that purpose constructed painting machine.

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Die Motive werden aus den jeweiligen Filmen isoliert, digitalisiert und mittels einer speziellen Malmaschine wie ein Ölgemälde in mehreren Schichten lasierend auf Leinwand aufgetragen und gefirnist. Die hierfür verwendete Malmaschine wurde von Matthias Groebel konstruiert, der sie mir im Rahmen dieser konzeptuellen Position zwischen Malerei und Film zur Verfügung stellt.

Als Beispiel für die Serie der Film Paintings hier das Bild Look! Every night, in front of me..., 2002.

Abgefilmt von einem alten Fernseher, ist das Motiv „Look! Every night, in front of me...“ ein Schrift-Zwischentitel aus der amerikanischen Fassung des Stummfilms „Nosferatu“ (1922) von Friedrich Wilhelm Murnau. Der Zwischentitel leitet eine Szene ein, in welcher das Mädchen ihrem Geliebten ihre Schreckensvisionen von der Ankunft des Vampirs und dem Untergang der Stadt mitteilt.
Die Schrift als Zwischentitel kennzeichnet in der Stummfilm-Ära den bildlosen Moment, die Situation, in der das laufende Bild selbst nicht mehr weiterkommt, es einer Erklärung, einer Erläuterung bedarf. Im Grunde ist es der permanente Endpunkt des anfangs schier unermesslichen Vertrauens in das bewegte Bild während der Geburtsphase des Films. Gleichzeitig ist der Zwischentitel jedoch auch Bild, „bebilderte“ Sprache. Das stehende „Bild“ füllt somit die deskriptive Leerstelle, schließt die logische Lücke im narrativen Ablauf der bewegten Bilder.
In diesem Sinne öffnet die motivische Verwendung von Schrift-Zwischentiteln aus alten Stummfilmen ein eng verknüpftes Feld von Bezügen hinsichtich der Thematisierung von „Bild“ und „Erzählstruktur“: als Film-Text korrespondiert die designativen Anwesenheit einer Erzählung aus der frühen Zeit des Kinos mit der Abwesenheit des dazugehörigen filmischen Bildes, im Topos „Gemälde“  wiederum manifestiert sich das Bildliche als präsent gegenüber dem Fragmentarischen bzw. der Absenz der Erzählung.
Die Herstellung eines Gemäldes mittels einer Malmaschine, der Aspekt eines mit Apparaten erzeugten Produkts funktioniert hier in Analogie zur Filmkamera als zwischengeschalteter Apparat, zwischen Auge und Objekt ebenso wie zwischen individueller „künstlerischer Hand“ und „Leinwand“.